Warum unsere Geschichte fast mit einem Konkurs begann.

1950 investierte Gustav Lübbe in den kleinen, von Ilse Tormin gegründeten Bastei Verlag. Doch als drei Jahre später die Insolvenz drohte, musste er eine schwierige Entscheidung treffen.


Als Gustav Lübbe, in der Nachkriegszeit Feuilleton-Redakteur bei einer Zeitung in Osnabrück, im Jahr 1950 Teilhaber bei einem kleinen Kölner Verlag wurde, verließ er sich auf sein Bauchgefühl. Der Bastei-Verlag, benannt nach den Zinnen einer Stadtbefestigung am Kölner Hafen, brachte so genannte Groschenromane heraus, die seinerzeit auf großes Publikumsinteresse stießen. Lübbe war fasziniert vom Erfolg der Romanhefte, hielt sich aber zunächst mit eigenen Ideen zurück. Die Geschäfte, geführt von Gründerin Ilse Tormin, liefen leider nicht ganz wie erhofft, 1953 verschlimmerte sich die ohnehin angespannte Lage. Ein Konkurs drohte.


Gustav Lübbe besprach sich mit seiner Frau Ursula, die er 1949 geheiratet hatte, die über Jahrzehnte seine wichtigste Ratgeberin war und die die spätere Verlagsgruppe maßgeblich mitgestalten sollte. Die Frage, die ihm Raum stand, lautete: Sich mit Verlusten zurückziehen oder den Bastei-Verlag komplett übernehmen? Das Ehepaar Lübbe zeigte Mut. Doch der Weg zu einer der größten deutschen Verlagsgruppen war noch weit. Das junge Paar zog nach zunächst Bergisch-Gladbach und führte von dort aus die Geschäfte weiter – aus einer fensterlosen Garage heraus. Die nächsten Schritte waren nicht einfach, doch schließlich bestätigte sich das Bauchgefühl, das Gustav Lübbe anfangs geleitet hatte. Mit „Jerry Cotton“, 1954 als Krimiheld auf den Markt gebracht, begann der Erfolg von Bastei Lübbe, heute eine der größten Verlagsgruppen Deutschlands.