Der Tag, an dem der Book Value wirklich wichtig wurde.

Sieben Euro dreiundfünfzig. Die so genannte Erstnotiz, die auf dem Display der Stuttgarter Börse an einem grauen Oktobertag vor 12 Jahren sichtbar wurde, machte Hoffnung auf mehr.


Für Stefan Lübbe, der 2013 als Generalbevollmächtigter und Haupteigner die Geschäfte von Bastei Lübbe leitete, war der Tag des Börsengangs des Unternehmens, das seine Eltern sechzig Jahre zuvor gegründet hatten, nicht ohne Risiko. Das Unternehmen hatte soeben den Wandel von einem Verlag zu einem multidimensionalen Medienhaus vollzogen und Interesse daran, sich für eine etwaige weitere Expansion frisches Kapital zu sichern. Andererseits war er sich durchaus bewusst, dass eine „Stunde der Wahrheit“ bevorstand.


Trotz minutiöser Vorbereitung und trotz sehr guter Resonanz auf der so genannten Road Show durch europäische Hauptstädte konnte niemand vorhersagen, welchen Wert die Investoren der von nun an im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelisteten Aktie zuschreiben sollten. Welche Strahlkraft kann ein Unternehmen entfalten, dessen vorrangiges Geschäftsfeld ausgerechnet der vermeintlich kriselnde Buchmarkt ist? Wie glaubwürdig ist der optimistische Ausblick vor dem Hintergrund einer bedrohlich wirkenden Digitalisierung?


30 Millionen Euro hat der Börsengang dem Unternehmen seinerzeit an Kapitel zugeführt. Heute, 12 Jahre später, ist die Bastei Lübbe AG eine feste Größe unter den mittelständischen, börsennotierten Unternehmen. Insbesondere die strategischen Weichenstellungen der letzten fünf Jahre haben die Kurse erheblich steigen lassen. Vor allem aber wurde jenes Grundversprechen eingelöst, mit dem Stefan Lübbe einst das Börsenparkett betrat: Dass eine Verlagsgruppe in einem von Technologie dominierten Umfeld progressiv sein und Investoren reizvolle Perspektiven aufzeigen kann.